Samstagabend auf dem Trifels – im Hochsommer ein unvergesslichen Erlebnis. Bei den „Trifelsserenaden“ kann man fantastische Musik, den atemberaubenden Ausblick und die erfrischenden Weine der Region genießen. Villa Musica macht’s möglich, in Kooperation mit dem Trifelsverein und GdKE – Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz. Stipendiatinnen und Stipendiaten der Villa Musica geben den Ton an.
Kurpfälzisches Kammerorchester
Samstag, 13.7.2019, 17 Uhr – Burg Trifels Annweiler
Junge Solisten der Villa Musica:
Julian Bachmann, Violoncello
Arianna Smith, Viola
Stefan Zientek und Nikita Geller, Violne
Dirigent: Oliver Weder
Hochromantisch und sehr barock geht es zu, wenn das Kurpfälzische Kammerorchester die Trifelsserenaden 2019 eröffnet. Konzerte von Georg Philipp Telemann und Robert Schumann werden von jungen Solisten der Villa Musica gespielt – Virtuosen wie Julian Bachmann. Der geniale Cellist aus Karlsruhe nimmt sich das berühmte Cellokonzert a-Moll von Schumann vor, hier gespielt in einer Version mit Streichorchester. Am Pult steht der Chefdirigent der Thüringer Symphoniker, Oliver Weder, einer der profiliertesten Dirigenten seiner Generation. Die amerikanische Bratschistin Arianna Smith übernimmt den Solopart im Violakonzert G-Dur-Konzert von Telemann, einem Hit der Barockmusik. Als ironischer Schlenker auf die Wiener Klassik rundet Alfred Schnittkes „Moz-Art à la Haydn“ den Abend ab. An den Sologeigen beweisen der erst neunzehnjährige Weißrusse Nikita Geller und sein deutscher Kollege Stefan Zientek Brillanz und Klangsinn.
Telemann: Violakonzert G-Dur
Schnittke: Mozart alla Haydn
Schumann: Cellokonzert a-Moll, op. 129 (Fassung mit Streichorchester)
Mozart und Schubert
Samstag, 27.7.2019, 20 Uhr – Burg Trifels, Annweiler
Quartet Gerhard (Barcelona)
Lluís Castán Cochs, Violine I
Judit Bardolet Vilaró, Violine II
Miquel Jordà Saún, Viola
Jesús Miralles Roger, Violoncello
Das größte Streichquartett von Franz Schubert und das berühmteste von Wolfgang Amadeus Mozart stehen auf dem Programm eines jungen Quartetts aus Barcelona. Mozarts „Jagdquartett“ KV 458 eröffnet den Abend mit schmetternden Hörnerfanfaren, übertragen auf die Streicher des „Quartet Gerhard“. Die vier jungen Katalanen fanden sich 2011 zusammen und sind seitdem steil auf dem Weg zur Weltspitze. Sie haben bei allen großen Meistern des Fachs studiert, zuletzt bei Günter Pichler in Madrid. Ihre Debüt-CD bei harmonia mundi war ein ebenso großer Erfolg wie ihre Konzerte in allen großen Zentren des Streichquartetts. Auf den Trifels bringen sie auch Musik von ihrem Namenspatron mit, dem katalanischen Komponisten Robert Gerhard, der 1970 starb. Sein neoromantisches Quartett Nr. 1 ist die richtige Einstimmung für das gewaltige G-Dur-Quartett von Schubert, das letzte und größte Streichquartett des Wiener Romantikers. Wie eine Sinfonie in vier Sätzen fordert es von den jungen Musikern das Äußerste an Virtuosität und Klangsinn.
Mozart: Quartett B-Dur, KV 458
Gerhard: Streichquartett Nr. 1
Schubert: Quartett G-Dur, D 887
Bella Italia
Samstag, 10.8.2019, 20 Uhr – Burg Trifels, Annweiler
Giuseppe Nova, Flöte
Claudio Piastra, Gitarre
Ein Traum von Italien, hoch über den Hügeln der Südpfalz, im verführerischen Klang von Flöte und Gitarre: Die Italiener Giuseppe Nova und Claudio Piastra kommen aus Bergamo nach Annweiler. Sie bringen Musik des großen Niccolò Paganini mit, der ebenso virtuos Gitarre wie Violine spielte. Für seine beiden Instrumente schrieb er die großartige „Sonata concertante“ in A-Dur. Im Wien der Beethovenzeit gab ein anderer Italiener den Gitarrenton an: Mauro Giuliani. Seine „Grande Sonata“ Opus 85 zählt zu den Meisterwerken der Klassik. Nach der Pause wechseln die Musiker nach Lateinamerika und spielen die kubanische Habanera von Maurice Ravel. In der „Geschichte des Tango“ von Astor Piazzolla erzählen sie den Aufstieg des argentinischen Nationaltanzes von den Bordellen in Buenos Aires bis zu den Konzertsälen der Welt. Ein launiger Zwischenakt von Jacques Ibert dient als Rausschmeißer nach einem zauberhaften Serenadenabend.
Paganini: Sonata concertante A-Dur
Giuliani: Grande Sonata, op. 85
Piazzolla: Histoire du Tango
Ravel: Pièce en forme de Habanéra
Ibert: Entr’acte
Brahms-Sextette
Samstag, 24.8.2019, 20 Uhr – Burg Trifels, Annweiler
Marc Bouchkov, Violine
Junge Streicher der Villa Musica
Die beiden Streichsextette von Johannes Brahms an einem Abend – Schwelgen im romantischen Klang von zwei Geigen, zwei Bratschen und zwei Celli. Das erste Sextett B-Dur op. 18 schuf Brahms als junger Komponist am Rhein. Es enthält einige seiner populärsten Melodien und war neben dem „Deutschen Requiem“ sein Durchbruch zum Ruhm. Im zweiten Streichsextett G-Dur op. 36 hat sich Brahms „von seiner letzten Liebe freigemacht“. Es enthält verschlüsselte Anspielungen auf die junge Göttingerin Agathe von Siebold und einen der zartesten langsamen Sätze, die Brahms geschrieben hat. Der junge Geiger Marc Bouchkov führt das Sextett aus Villa Musica-Stipendiaten an. Der Franzose stammt aus einer berühmten russischen Musikerfamilie. Er war Meisterschüler von Boris Garlitsky und Stipendiatenpreisträger der Villa Musica. Seitdem hat er den Sprung in die internationale Solistenkarriere geschafft, ist aber der Kammermusik treu geblieben.